Pyramiden der Guanchen von Güimar
Allgemeines:
Die Pyramiden von Güimar im Süden Teneriffas mit ihrer magisch-mythischen Wirkung faszinieren und polarisieren. Lange Zeit befanden sich diese Bauwerke unbeachtet inmitten landwirtschaftlicher Nutzflächen. Man schenkte ihnen wenig Bedeutung und riss sogar drei der ursprünglich neun Pyramiden ab, um dieses Material für andere Bauprojekte nutzen zu können. Erst der norwegische Forscher und Weltenbummler Thor Heyerdahl spekulierte über deren historische Herkunft dieser Pyramiden und liess mit seiner Theorie die ganze Welt aufhören.
Besonderheiten der Pyramiden auf Teneriffa:
Teneriffas Pyramiden sind rechteckige Bauten, welche aus mehreren, nach oben verkleinerten Terrassen bestehen. Entsprechend dieser Bautypik werden sie auch als Stufenpyramiden bezeichnet. Für die Kunstfertigkeit ihrer Schöpfer spricht die Bauweise. Die Pyramiden wurden ohne Nutzung von Mörtel weitgehend aus unbehauenem Lavagestein geschichtet. Entgegen ursprünglicher Annahmen einer zweckfreien Erbauung zeigen Bearbeitungsspuren an den Eckbereichen der Pyramiden eine zielgerichtete Errichtung. Jedoch liegt bis heute die genaue Funktion dieser Pyramiden im Dunkel der Vergangenheit.
Theorie des norwegischen Forschers Thor Heyerdahl:
Anfang der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts wurde der norwegische Ärchäologe und Ethnologe Thor Heyerdahl auf die Pyramiden von Teneriffa aufmerksam. Nach seiner Theorie belegen die Pyramiden von Güinmar auf Teneriffa antike weltweite Handelsbeziehungen. Er belegte dies mit der Genauigkeit ihrer Errichtung sowie mit auffallenden Ähnlichkeiten hinsichtlich der Konstruktion im Vergleich zu peruanischen und mesopotamischen Pyramiden.
Park der Pyramiden auf Teneriffa:
Seit dem Jahre 1998 sind die gut erhaltenen sechsstufigen Pyramiden Teneriffas auf einem Areal von 65.000 qm in einem eigenen Park (Pirámides de Güímar) zu besichtigen. Diese Ausgrabungsstätte informiert Besucher umfassend über die interessanten Relikte der Vergangenheit, u.a. über ihren Bezug zu astronomischen Phänomenen wie der Sonnenwende, sowie über Heyerdahls Vorstellungen von Teneriffa als kultureller Drehscheibe zwischen den Kontinenten Amerika, Europa und Afrika. Der Besuch im Museum nahe den Pyramiden lohnt. Dort befindet sich u.a. ein Nachbau der RA II, einem Floss aus Schilfrohr, mit welchem Thor Heyerdahl den Atlantik befuhr. So bewies er die Möglichkeit der Ausbreitung von Zivilisationen durch die transatlantische Seefahrt. Von besonderem Interesse im Pyramidenmuseum sind sicherlich auch die Exponate aus der Zeit der Guanchen, der Ureinwohner Teneriffas.