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Bräuche und Traditionen auf Teneriffa: Resonar del bucio – das Klingen der Muscheln

Vorab sei gesagt, dass es sich beim Bucio um das Gehäuse einer Tiefseeschnecke handelt. Je tiefer das Meer in dem die Schnecke lebt, umso größer ist ihr Gehäuse.

Dass sich der Bucio heute einer gewissen Popularität erfreut, hat er Ricardo González zu verdanken. Denn der hauchte dem Muschelhorn, im Jahre 2009, neues Leben ein. González hatte von seiner Großmutter viel über das Muschelhorn und seine Verwendung erfahren. Die alten Geschichten begeisterten den Mann aus Icod de los Vinos und er beschloss, die alte, fast vergessene Tradition, zu neuem Leben zu erwecken.

Muschelklänge in der Johannisnacht

Den Beweis dafür, dass es Ricardo González gelungen ist, seine Mitmenschen für den Klang der Bucio zu begeistern, ist das alljährlich stattfindende „Konzert der Muschelhörner“ in der Noche de San Juan. Denn in der Nacht von San Juan erklingen die Bucios am Risco de Mazapé, nahe des Küstenort San Juan de la Rambla.

Der Veranstaltungsort  wurde von Gonzáles unter anderem gewählt, weil das Echo in der Schlucht den Klang der Muschelhörner auf eine besondere Weise verstärkt. Drei verschiedene Echos lassen den Muschelhornklang hier noch lange nachhallen. Ein faszinierendes Ereignis! Vom Risco de Mazapé, an dem auch ein Johannisfeuer entzündet wird, gehen die Teilnehmer der Veranstaltung dann gemeinsam nach San Juan de la Rambla, wo das Fest seinen klangvollen Abschluss findet.

Die Geschichte der Muschelhörner

Schon immer war es der besondere Klang der Bucio, der die Tinerfeños aufhorchen ließ. Nur der Grund war ein anderer: Während die Muschelklänge sich heute aufgrund ihrer langen Tradition einer besonderen Beliebtheit erfreuen, signalisierten die Töne des Muschelhorns früher wichtige Ereignisse, dienten als Wecker und gaben Auskunft über Arbeitsbeginn, Pausen und Arbeitsende auf den Bananenplantagen der Insel. Mütter nutzen das außergewöhnliche Instrument, um Ihre Kinder nach Hause zu rufen.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wie es den Tinerfeños möglich war, die verschiedene Klänge zu unterscheiden. Wie konnten Sie die Signale auseinanderhalten und wissen, welche „Botschaft“ für wen bestimmt war?

Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Nicht nur, dass jede Bucio  – abhängig von ihrer Größe und ihrer Form – einen anderen Klang hat, auch wurden für die verschiedenen Signale unterschiedliche Tonfolgen genutzt. Selbst die Tageszeit spielte beim Deuten der Klänge eine wichtige Rolle: So bedeuteten zum Beispiel drei kurze Töne am Morgen, dass es an der Zeit war, zur Arbeit aufzubrechen – drei Töne am Abend dagegen signalisierten, dass der Arbeitstag zu Ende war.

Auch zum Lärm machen wurde das Muschelhorn genutzt: Wenn in früheren Zeiten Heuschreckenschwärme über das Land der Tinerfeños herfielen, wurde sogleich kräftig ins Horn geblasen, um die Schädlinge zu vertreiben.

Das Muschelhorn wurde jedoch nicht immer nur zweckmäßig eingesetzt, es diente auch zur Verbreitung von „Klatsch“: War eine Frau in freudiger Erwartung, ohne verheiratet zu sein oder wurde ein Mann von seiner Angetrauten betrogen – das Horn trug die Botschaft über die Insel hinaus.

Übrigens: Schon die Guanchen sollen sich der Bucio bedient haben, um zu kommunizieren. Der Klang der Muschel soll auch bei verschiedenen Ritualen der Ureinwohner von Bedeutung gewesen sein.

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